Schüleraustausch in der Grundschule

Ein Auslandsjahr kommt häufig erst in den höheren Klassen ins Gespräch, doch auch mit neun oder zehn Jahren ist ein Schüleraustausch möglich und unter bestimmten Bedingungen sogar durchaus sinnvoll. Fremdsprachenkenntnisse werden heute zum Teil bereits im Kindergarten vermittelt und nirgendwo lassen sich die Kenntnisse so gut vertiefen wie mit Muttersprachlern in ihrer Heimat. Nicht jedes Kind im Alter von neun oder 10 Jahren kann sich vorstellen, mehrere Monate von den Eltern getrennt zu sein, doch wenn ein Kind diesen Wunsch von sich aus äußert, sollten Eltern nicht grundsätzlich die Ohren verschließen. Es gibt Anlaufstellen mit Programmen, die das Konzept Schüleraustausch in der Grundschule aus verschiedenen Aspekten betrachten und eine durchdachte Organisation bieten.

Schüleraustausch in der Grundschule: Für wen geeignet? 

Themen dieser Seite:

 

Wo ist ein Auslandsjahr in der Grundschule möglich?

Gut organisierte Angebote finden Eltern vor allem bei Allef, einem gemeinnützigen Verein, der sich ganz auf den Schüleraustausch im Grundschulalter spezialisiert hat. Seit 1995 gibt es das Austauschprogramm für Frankreich und England und das Konzept sieht vor, dass zwei Kinder jeweils ein ganzes Jahr miteinander verbringen, wobei jeweils die Hälfte davon in den jeweiligen Elternhäusern verlebt wird. Vorher finden gegenseitige Besuche mit der ganzen Familie statt, so dass kein Kind in eine völlig fremde Welt geschickt wird. Auf der Homepage der Organisation finden Eltern weitere ausführliche Informationen zum Thema International Student Exchange

Eine Alternative zu einem Auslandsjahr im Grundschulalter könnte die Klassenfahrt zur Partnerstadt oder Partnerschule sein. Viele Schule realisieren diese Idee, wenn genug Eltern dafür sind und die Kinder erhalten damit die Gelegenheit einen ersten Blick in eine fremde Kultur zu werfen, der später vertieft werden kann.

Risiken für Eltern und Kind

Für viele Eltern ist die Vorstellung, ihr Grundschulkind ein halbes Jahr nicht zu sehen und vielleicht nur einmal pro Woche zu telefonieren, mehr als unangenehm und grundsätzlich empfehlen Experten einen Austausch auch nur ins Auge zu fassen, wenn das Kind ihn sich wirklich wünscht und mehrmals darüber intensiv gesprochen wurde. Die Risiken für das Kind sollte man aber auch nicht außer Acht lassen, wenn der Sprössling Feuer und Flamme ist, denn es gibt immer wieder Kinder, die die Trennung nicht verkraften und dann auch später in der eigenen Schule nicht mehr an vorherige Leistungen anknüpfen können und Probleme bei der Wiedereingliederung in den Alltag haben.
Für die Eltern geht es vor allem um das Gehenlassen. Vielen fällt es schwer, sich so zurückzunehmen, dass ihr Kind sich wirklich frei fühlen kann und nicht das Gefühl hat, es würde die eigenen Eltern im Stich lassen, wenn es den Schüleraustausch bis zum Ende durchzieht. Bei Allef dürfen die Kinder daher während der sechs Monate ihre Eltern nicht sehen und nur einmal die Woche mit ihnen telefonieren, wobei in diesem Gespräch keine Probleme mit der Gastfamilie angesprochen werden sollen. Diese Vorgehensweise sehen Experten gespalten und letztendlich muss jede Familie diese Entscheidung für sich selbst treffen.

Die Vorteile für Eltern und Kind

Kinder, die selbständig den Wunsch äußern, eine bestimmte Zeit im Ausland zu verbringen, sind in ihrer Entwicklung meist so weit, dass sie die neuen Erfahrungen gut verarbeiten können und durch die Erlebnisse in einem fremden Land noch selbstständiger und auch selbstbewusster werden. Gute Fremdsprachenkenntnisse sind in unserer modernen Welt eine zusätzliche Qualifikation, die in allen Brachen gern gesehen wird und bei jeder späteren Karriere hilfreich sein können, doch dieser Aspekt sollte nicht der Hauptgrund für einen Austausch sein. Im Vordergrund steht immer, dem Kind eine Möglichkeit zu bieten, sich selbst zu entfalten und zu erkennen, wofür es sich wirklich interessiert. Zu den Gasteltern halten viele Kinder ihr Leben lang Kontakt und sie werden so etwas wie eine zweite Familie. Für die Eltern kann das Auslandsjahr ihres Kindes ebenfalls Vorteile haben, denn sie erfahren durch ihr Gastkind viel über dessen Kultur und können die kinderlose Zeit während des Auslandsaufenthalts ihres Sprösslings vermehrt für die eigene Weiterentwicklung nutzen.

Alternative: Eltern und Kind gemeinsam im Ausland?

Wenn Eltern zusammen mit ihrem Kind ein Jahr ins Ausland gehen, überwiegen die Vorteile, denn die Familie bleibt zusammen und alle machen gemeinsam neue Erfahrungen, die auch zusammen verarbeitet werden können. In der Regel lässt sich ein Auslandsjahr für die ganze Familie aber nicht spontan einlegen und muss gut geplant werden. Neben einer geeigneten Schule für das Kind und einem gemeinsamen Zuhause auf Zeit, müssen die Eltern auch ihre Verpflichtungen gegenüber den Arbeitgebern berücksichtigen und nicht jedes Unternehmen kann sechs Monate oder ein Jahr auf einen Mitarbeiter verzichten. Eine Möglichkeit hier wäre ein Sabbatical, mit dem eventuell auch die finanzielle Frage zumindest teilweise geklärt werden kann.

Was kostet ein Auslandsjahr für Grundschüler?

Bei Austauschprogrammen halten sich die Kosten in Grenzen, weil jede Familie eine Zeitlang ein Gastkind beherbergt und versorgt. Bei Allef werden die Kosten zurzeit mit etwa 1.300 Euro angegeben (Stand Februar 2015), wobei hier vor allem die Kosten für die Betreuung durch den Verein und die Vermittlung des Austauschs abgerechnet werden.

Wann ist ein Austauschjahr sinnvoll?

Es gibt Rahmenbedingungen, unter denen ein Austauschjahr schon für einen Grundschüler eine wertvolle Gelegenheit darstellt. Hochbegabte Kinder können so besser gefördert werden und auch der Besuch eines Sportgymnasiums im Ausland kann bei talentierten Nachwuchssportlern ein wichtiger Schritt sein. Viele bekannte Sportler wurden bereits ab dem Grundschulalter auf ihre spätere Karriere vorbereitet und ein Aufenthalt an einer guten Schule in Frankreich oder England kann auch dabei helfen eine Entscheidung für die Ausbildung der kommenden Jahre zu treffen.

Fazit

Der Schüleraustausch in der Grundschule ist sicher kein allgemeingültiges Modell, das für jedes Kind geeignet ist. Eltern sollten ihr Kind weder drängen noch grundsätzlich Nein sagen, denn es hängt vor allem vom Entwicklungsstand des Kindes ab, ob ein paar Monate in einem fremden Land positive Erfahrungen liefern oder ob der Aufenthalt in der Fremde zu einer seelischen Zerreißprobe wird, die nur schwer verarbeitet werden kann.

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