Auslands-Infos für Lehrer

Ein Schuljahr im Ausland - zum Beispiel ein Jahr in den USA oder Europa - ist für viele Schüler eine gute Möglichkeit, nicht nur ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern auch neue Kulturen zu entdecken und fremde Länder kennen zu lernen.

Schüleraustausch: Voraussetzungen

  • SchülerIn einer deutschen Schule (Realschule, Gesamtschule oder Gymnasium)
  • Alter: 15-18 Jahre
  • Notendurchschnitt befriedigend oder besser
  • In der Landessprache des Gastlandes darf keine 5 im Zeugnis stehen
  • Beurlaubung für die Zeit des Austausches durch die Schulbehörde

Teilnehmer sollten:

  • neugierig und offen sein für Neues
  • Spaß haben an anderen Ländern und fremden Kulturen
  • Lust haben, sich in einer neuen Umgebung einen Platz zu erobern
  • Mut haben, ihr gewohntes Umfeld in Deutschland mit Freunden und Familie eine Zeit lang hinter sich zu lassen

Was bringt meinem Schüler der Auslandsaufenthalt?

Ein Auslandslandsaufenthalt birgt Vorteile in vielerlei Hinsicht und stößt positive Entwicklungen in Ihren Schülern an. Während eines High School Years sind die Jugendlichen auf sich gestellt und müssen in einem fremden Land und mit einer fremden Sprache zurechtkommen. Diese Herausforderung wird von den meisten jedoch - wenn auch mit unterschiedlichen Startschwierigkeiten -  sehr gut gemeistert.

Konkreter Nutzen des Auslandsaufenthaltes

Im Ergebnis bringen Ihre Schüler einzigartige Erfahrungen und neue Eindrücke von der Kultur und Eigenarten des Landes mit nach Hause, die sie nachhaltig prägen werden. Ihre Schüler werden in der Auseinandersetzung mit den neuen Erfahrungen auch über sich selbst reflektieren und möglicherweise ihr Herkunftsland in einem anderen Licht sehen. Nebenbei bauen Sie Hemmungen im Umgang mit einem neuen Umfeld und einer anderen Sprache ab. Nicht nur die Sprachkenntnisse nehmen enorm zu – auch das Sprechen und Schreiben an sich wird zur Selbstverständlichkeit.

Was Studien dazu sagen

Studien belegen, dass Jugendliche, die einmal eine Zeit im Ausland verbracht haben, ein gesteigertes Maß an Selbstständigkeit, Eigeninitiative, interkultureller Kompetenz und Weltoffenheit zeigen. Besonders positive Wirkungen kann man bei Schülern feststellen, bei denen diese Eigenschaften vorher nur wenig ausgeprägt vorhanden waren. Die Überwindung zahlt sich absolut aus –  Sie können hierbei Ihren Einfluss geltend machen!

Welche Rolle spielt der Lehrer bei der Entscheidung und Vorbereitung des Auslandsaufenthalts?

Wenn ein Schüler den Wunsch hat, ein Auslandsjahr zu absolvieren, sind Sie als Lehrer ab einem gewissen Punkt zwangsläufig in die Vorbereitungen involviert.
Bereits bei der Entscheidung „Auslandsaufenthalt: ja oder nein?!“ kann Ihr Einfluss von Bedeutung sein. Als Lehrperson und Vorbild können Sie zweifelnde Schüler für ein High School Year motivieren und sie von den Vorteilen des Aufenthalts überzeugen. Oftmals brauchen die Schüler nur etwas Rückendeckung, bevor sie ihre Zweifel ablegen und sich voller Vorfreude in die Vorbereitungen stürzen. Gerade bei Wackelkandidaten zahlt sich das Überzeugen im Nachhinein meistens umso mehr aus, da sie ihre Persönlichkeit im Ausland weiterentwickeln und ebensolche Überwindungsängste durch die Auslandserfahrung verlieren.

Ansprechpartner in Punkto Formalien

Auf der anderen Seite sind Sie als Lehrer Ansprechpartner für Ihre Schüler, wenn es um das Klären der Formalien geht. In erster Linie dreht sich dabei alles um die Frage, wie der Auslandsaufenthalt bestmöglich in die Schullaufbahn des Schülers integriert werden kann. Im Idealfall können im Ausland erbrachte Leistungen anerkannt werden und der Schüler kann nach der Rückkehr in seine alte Klasse zurückkehren. Natürlich sollte der Schüler ein möglichst hohes Maß an Eigeninitiative bei der Klärung dieser Fragen an den Tag legen. Bei Versetzungsfragen oder Ähnlichem können Sie jedoch Ihren Einfluss geltend machen, wo der Schüler keinen hat.

Highschool-Auslandsaufenthalt – eine Option für Realschüler?

Auslandsaufenthalte werden oftmals nur mit der gymnasialen Schulform assoziiert. Entgegen diesem Vorurteil können sich allerdings fast genauso viele Realschüler wie Gymnasiasten vorstellen, einen Auslandsaufenthalt während ihrer Schulzeit zu machen – und prinzipiell steht dem auch nichts im Wege. Die beste Zeit für ein Jahr im Ausland bietet die 9. oder die 10. Klasse. Dabei gilt auch für die Realschule, dass Anerkennungsfragen im Voraus mit der Schulleitung geklärt werden müssen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt bei G8/G9?

G9

Für Schüler von Gymnasien mit neun Jahren Schulzeit (G9) bietet sich die 11. Klasse für ein High School Year an. Dann wird nämlich in der Regel viel Stoff wiederholt – eine ideale Voraussetzung zum Wiedereinstieg nach einigen Monaten oder sogar einem ganzen Jahr im Ausland.

G8

Im Zuge von G8 entfällt das 11. Schuljahr. Für Schüler von Realschulen existiert es so oder so nicht. Dies steht einem High School Year dennoch nicht im Wege. Entgegen vieler Befürchtungen steigt der Trend zum Auslandsjahr sogar weiter an. Möglichkeiten bieten sich beispielsweise in der 9. oder 10. Klasse. Zwar zählen die Klassen 11 und 12 zur Qualifikationsphase für das Abitur, in Absprache mit der Schule kann man aber auch hier Lösungen finden. So ist es in Einzelfällen zum Beispiel möglich, ein halbes Jahr an einer High School zu verbringen und sich im Anschluss die Noten des zweiten Halbjahres in Deutschland doppelt anrechnen zu lassen. Hierzu hat die Kultusministerkonferenz 2006 einen Beschluss erlassen. In einer Pressemitteilung über den Bildungsbericht vom 2.6.2006 heißt es:

Die neu gefasste Vereinbarung sieht unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes von Schülerinnen und Schülern während der Qualifikationsphase, also den letzten vier Schulhalbjahren, vor, um damit die Mobilität der Schülerinnen und Schüler nicht nur innerhalb Deutschlands sondern Europas und der weiteren Welt zu erhöhen.“

Die Umsetzung dieser Vereinbarung obliegt jedoch den Bundesländern. Welche Regelungen im Einzelfall gelten, sollte mit der Schulleitung abgesprochen werden.

Wer nur ein paar Monate im Ausland verbringen möchte hat in der Regel die Option, gleich im Anschluss wieder in den deutschen Unterricht einzusteigen und den verpassten Stoff einfach nachzuholen.

Mein Schüler möchte ins Ausland – was muss an der deutschen Schule geklärt werden?

Die hiesige Schulbehörde muss Schüler für die Zeit im Ausland beurlauben. Diese Entscheidung liegt in der Praxis im Ermessen der Schulleitung, die auf Basis bundeslandspezifischer Vorgaben entscheidet. Neben der Beurlaubung stellt sich die Frage, ob der Schüler nach seiner Rückkehr die Klasse wiederholt oder wieder in seine alte Klasse einsteigt. Viele Schulen überprüfen vor einem Auslandaufenthalt, ob ein Schüler im Anschluss wieder in seine alte Klasse einsteigen darf. Dies kann zum Beispiel an die Bedingung geknüpft sein, dass die letzten Zeugnisnoten vor dem Auslandsjahr im Durchschnitt mindestens 2.0 betragen. Manche Schulen wollen im Gegenzug gute Leistungen an der ausländischen Schule sehen oder machen klare Vorgaben, welche Fächer von dem Schüler im Ausland belegt werden müssen. Einen generellen Anspruch auf Anerkennung der Auslandsschulzeit gibt es nicht. Laut Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 24.10.2008 heißt es jedoch:

Ein Auslandsaufenthalt bis zur Gesamtdauer eines Jahres kann auf den Bildungsgang angerechnet werden, wenn entsprechende Leistungen nachgewiesen werden und die erfolgreiche Fortsetzung des Bildungsgangs erwartet werden kann.“

Die Umsetzung dieser Vereinbarung obliegt den Bundesländern und variiert teilweise von Schule zu Schule. Welche Regelungen im Einzelfall gelten und welche Optionen Ihr Schüler auf Basis seiner Leistungen hat, sollte mit der Schulleitung abgesprochen werden.

Noch mehr Infos zum Thema auf: http://www.afs.de (Homepage von AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.)

Zurück in Deutschland - Den Schüler in den Unterricht einbinden

Schüler, die einen Auslandsaufenthalt absolviert haben, kommen mit frischen und einzigartigen Eindrücken (u.a. festgehalten auf Bildern) und einem gesteigerten interkulturellen Verständnis zurück. Als Lehrer bietet sich Ihnen die Möglichkeit, den Schüler in Ihren Unterricht einzubinden. Dabei können seine Erlebnisse im Zusammenhang mit einer anderen Kultur, einer anderen Sprache, aber auch seine Erfahrungen mit dem politischen System, der Schule o. ä. interessante Bereicherungen für den Unterricht abgeben. Ob durch Erzählungen oder durch Bilder – die meisten Heimkommer erzählen gerne von ihren Erfahrungen und verhelfen so den Klassenkameraden zu einer alternativen Sicht der Dinge - und Ihnen zu einer abwechslungsreichen Gestaltung des Unterrichts.

Meine Schüler wollen zu zweit ins Ausland – Wozu soll ich Ihnen raten?

Bei einem Highschool-Year geht es darum, Selbstständigkeit zu üben, auf eine andere Kultur zuzugehen und sich in ein neues Umfeld zu integrieren. Somit ist der Kontakt zu anderen Deutschen ausdrücklich nicht im Sinne der Sache. Eine gemeinsame Reise ins Ausland verhindert die gewollte Situation des „Auf-sich-gestellt-Seins“ und der Herausforderung, neue Kontakte zu knüpfen. Das heißt natürlich nicht, dass Ihre Schüler den Plan eines Schulbesuchs im Ausland verwerfen sollen! Vielmehr sollten Sie ihnen verdeutlichen, dass ein Auslandsaufenthalt von jedem einzeln organisiert und durchgeführt werden sollte. Auf diese Weise sammeln beide individuelle und persönlich wertvolle Erfahrungen. Eine Konzentration mehrerer deutscher Austauschschüler an einer Schule wird auch von Seiten der Organisationen vermieden. Der Kontakt zu anderen Deutschen im Ausland findet daher höchstens zufällig statt.

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