Mein Auslandsjahr in Irland

Ein Erfahrungsbericht von Gabriel

Ankunft

Am Dubliner Flughafen wurde ich gleich von dem mir schon bekannten Organisationsleiter willkommen geheißen und wir machten uns auf den Weg zur Stadtmitte, wo ich gleich eine Tages-Tour durch die Innenstadt genießen durfte. Dann folgte eine vierstündige Autofahrt voller Gespräche, Tipps und Erklärungen bis in die kleine Stadt im County Kerry, direkt am Meer, wo ich dann auch von meiner Gastfamilie sehr herzlich begrüßt wurde.

Schon von Beginn an fühlte ich mich sehr wohl und wie ein Mitglied der Familie, wodurch Sorgen, dass ich Heimweh haben könnte, sofort verflogen.

Da ich noch einen Tag keine Schule hatte, hat der Chef der Organisation ein paar irische Jungen und mich zum Kartfahren mitgenommen. Wir hatten gleich viel Spaß, und so konnte ich noch vor Schulbeginn erste Bekanntschaften machen.

Ich habe die Gastfreundschaft der Iren sehr genossen und mich schnell mit vielen angefreundet, gleich wurden erste Verabredungen getroffen. Ab sofort verging kaum ein Abend, an dem ich nicht mit Freunden an der Küste unterwegs war.

Zu jeder Jahreszeit ist es üblich, am Strand zu liegen und hin und wieder mal zu surfen. Die Iren sind dabei meist in kurzer Hose und Pudelmütze unterwegs. Surfbrett und Neopren Anzug habe ich von meiner Organisation bekommen.

Leben in der Gastfamilie

Mit meiner Gastfamilie habe ich mich ab dem ersten Tag sehr gut verstanden, und nach wenigen Wochen habe ich mich wie ein Familienmitglied gefühlt.

Ich hatte drei kleinere Gastbrüder, die sehr kommunikativ waren und immer etwas mit mir machen wollten, wenn ich zuhause war, wodurch kein Tag langweilig wurde.

Pflichten im Haushalt hatte ich nicht, trotzdem habe ich versucht, im Alltag einfach mal mitzuhelfen, als Dank für die tolle Gastfreundschaft. Auch wenn ich mit den kleinen Jungs gespielt habe, war es sicher eine willkommene Unterstützung für meine Gastmutter.

Da meine Gastfamilie sportlich sehr engagiert war, ergab sich oft die Gelegenheit, dass ich zu einem Gaelic Football Match oder Basketball Training mitkommen konnte.

Immer, wenn meine Gastmutter in benachbarte Orte fuhr, um größere Einkäufe oder anderes zu erledigen, hat sie mir angeboten, mitzukommen. Falls mal etwas schnell erledigt werden musste und meine Gasteltern keine Zeit hatten, ist der Chef meiner Organisation natürlich immer gerne eingesprungen, um mich zu fahren.

Schule & Alltag

Auch in der Schule habe ich mich sehr schnell eingelebt und auf Anhieb Anschluss und neue Freunde gefunden. Immer wieder gab es auch von der Schule aus kleinere Ausflüge, was mir geholfen hat, das Dorf und die Umgebung rasch kennenzulernen.

Die ersten Schultage, welche zu meiner Freude anders als in Deutschland erst um 9:00 Uhr anfingen, verliefen überraschend unkompliziert. Lehrer und Mitschüler waren auf meine Ankunft vorbereitet, ich war sofort in den Schulalltag integriert.

Auf meinem Stundenplan standen die Fächer Business, English, Biology, Maths, P.E (Sport), Religion, Construction Studies und Agricultural Science. English, Maths, P.E und Religion waren Pflichtfächer, die anderen meine Wahlfächer. Am besten gefiel mir das Fach Construction Studies, wo wir lernten, wie verschiedene Gebäudearten geplant und konstruiert werden. Das Fach hatte auch einen praktischen Anteil, wo wir handwerklich an Projekten arbeiteten.

Anfänglich hatte ich das Fach Home Economics gewählt und da es mich nicht besonders ansprach, brauchte ich mich nur kurz an meine Organisation zu wenden, welche sich sofort mit mir zusammen um einen Fächerwechsel gekümmert hat.

Während der Stunden im Fach Irish, an dem nur die irischen Schüler teilnahmen, hatte ich die Möglichkeit, entweder eine weitere Stunde Englisch zu nehmen oder Hausaufgaben zu erledigen.

Das Schulsystem Irlands ist dem Oberstufen-System in Deutschland sehr ähnlich, es gibt verschiedene Kurse in allen Fächern, keine Aufteilung in feste Klassen. Das hat mir gefallen und Kontakt zu allen Mitschülern meiner Stufe ermöglicht.

Schuluniform ist in Irland Pflicht und damit auch für alle ganz selbstverständlich. Sie bestand in meiner Schule aus langer Hose, Hemd, Krawatte, Pullover und Jacke in Blau und beliebigen schwarzen Schuhen, Sportschuhe waren also erlaubt. Auf die Krawatte hätte ich gerne verzichtet, der Rest gefiel mir gut, und man musste morgens vor der Schule nie überlegen, was man anziehen soll...

Die Schule dauerte täglich von 9:00 bis 15:45 Uhr, trotzdem hat es auch danach noch die** Möglichkeit** gegeben, sich mit Freunden zu treffen oder** an den Strand zu gehen.**

Ich persönlich war sehr zufrieden mit meiner Schule und dem Alltag, da sich sehr gut um mich gekümmert wurde, ich gleich unter irische Mitschüler gemischt wurde, ohne Kontakt zu anderen deutschen Austauschschülern. Von Beginn an fand jede Konversation auf Englisch statt, ich fand mich in der Sprache schnell zurecht, der irische Akzent verursachte, anders als gedacht, überhaupt keine Verständigungsprobleme.

Land & Kultur

Bevor ich meine Reise nach Irland angetreten habe, war meine größte Sorge, dass ich von Irland, bis auf meinen Ort und dessen Umgebung, kaum etwas zu sehen bekomme, da ich das von anderen, die mit Standard Organisationen unterwegs waren, so gehört hatte.

Diese Sorge legte sich aber sehr schnell, da meine Organisation mindestens jede zweite Woche mit mir einen größeren Ausflug unternahm, um andere Regionen und Städte Irlands kennenzulernen. Solche Ausflüge wurden dann oft mit größeren Sportevents verbunden. So war ich zum Beispiel bei dem Endspiel der Gaelic Football Liga, Dublin gegen Kerry, dabei.

Wir machten auch Ausflüge nach Dublin, Belfast, Limerick und in andere Städte, wo wir dann immer bei Freunden oder Verwandten der Familie, der die Organisation gehört, übernachteten. So habe ich abwechslungsreiche Wochenenden voller Sport und neuer Kultur verbracht. Die beiden** irischen Nationalsportarten** sind Hurling und Gaelic Football, welche von fast jedem meiner Freunde gespielt wurden. Da ich davor noch nie von diesen Sportarten gehört hatte, hat mich der Chef meiner Organisation am Anfang meines Aufenthaltes mit zu Spielen genommen und ich habe mich gleich in Hurling verliebt, was eine Mischung aus Rugby und Hockey ist. Freunde von mir haben mich dann zum Training mitgenommen und auch am Strand haben wir oft Schläge mit dem Hurley geübt. (Ein Hurley war auch eins meiner Mitbringsel nach Deutschland) Jedem, der sich Irland als Reiseziel aussucht,rate ich, eine der beiden Sportarten auszuprobieren!!! (Falls Sie hierzu oder zu anderen Dingen mehr Informationen möchten, bin ich gerne per e-Mail zu erreichen!)

Feste

Neben dem normalen Alltag werden in Irland auch viele Feste gefeiert. Die beiden, die mir am meisten begeistert haben, möchte ich näher beschreiben:

Das** Pferderennen** in Listowel, einem etwas größeren Ort, der etwa eine halbe Stunde von meiner Heimatstadt entfernt war, ist eins der größten Pferderennen in ganz Irland, und es war wirklich eine sehr tolle Erfahrung, auch wenn man kein Pferdeliebhaber ist. Tausende Jugendliche und Erwachsene aus ganz Irland kommen jedes Jahr zu diesem Event. Nach den Rennen ging man aus und es war Partystimmung im ganzen Ort.

Das andere Fest, wo es sogar ein paar schulfreie Tage gab, war der berühmte St. Patricks Day, an dem ja auch in Deutschland Paraden stattfinden; aber das Ganze in Irland zu erleben, war nochmal etwas komplett Anderes. Ich hatte das Glück, dass dieses Fest in dem Ort, wo ich wohnte, sehr groß gefeiert wurde, und so alle meine Freunde, auch die etwas außerhalb wohnten, zum Feiern zusammenkamen.

Abschied

Die letzten Tage meines Aufenthaltes waren sehr emotional, da es dann hieß, dass ich all meine Freunde, meine Familie und die Leiter der Organisation, mit denen ich mich sehr gut angefreundet hatte, erst einmal nicht wiedersehen würde.

Also verabschiedete ich mich im Freundeskreis von jedem persönlich und wurde auch in ein paar umliegende Dörfer, wo viele Freunde lebten, gefahren, um auf Wiedersehen zu sagen. Am Ende des letzten Tages sind wir noch einmal alle zusammen ausgegangen, was auch ein unvergesslicher Abend war.

Am Morgen meiner Abreise habe ich dann zum letzten Mal ein großes irisches Frühstück mit meiner Familie gehabt, mich mit vielen Umarmungen verabschiedet und wurde dann vom Leiter der Organisation abgeholt. Er selbst brachte mich nach Dublin zu meinem Flug in die Heimat.

Sowohl meine Gastfamilie als auch die Organisation versicherten mir, dass ich immer zu jeder Zeit bei ihnen** willkommen** seiund  mit Freunden, mit denen ich jetzt noch täglich Kontakt habe, verabredete ich, uns in den nächsten Ferien gegenseitig zu besuchen.

Das war dann das Ende der besten Zeit meines bisherigen Schullebens, die mich sicher sehr geprägt hat und auf die ich immer zurückblicken werde.

Empfehlung

Bei den Auslandsaufenthalten meiner Brüder und einiger Freunde, die mit großen Standard Organisationen gereist sind, gab es viele schlechte Erfahrungen: Prioritäten wie Gastgeschwister oder Wunschorte wurden oft nicht berücksichtigt, es gab kaum Ausflüge oder andere Unternehmungen, auch keine individuelle Betreuung. Schüler waren eher Schlafgäste als Familienmitglieder.

Deswegen kann ich eine private, individuelle Organisation wie meine nur empfehlen, die -anders als die Standard Organisationen- ihre Schüler nur in persönlich bekannten, passend ausgewählten Familien unterbringt. Organisation, Schule und Familie befinden sich in nächster Umgebung und bilden eine Einheit bei der Betreuung der ausländischen Schüler. Es werden nicht nur die Rahmenbedingungen wie Platzierung in einer Schule und einer Familie organisiert, sondern der Rahmen wird gefüllt mit ganz viel Herzlichkeit und Individualität.

Ich hatte also das große Glück, eine unbeschreiblich schöne Zeit in Irland zu erleben, direkt an der Küste zu wohnen und zur Schule zu gehen, ganz persönlich und herzlich in meiner Familie und von meiner Organisation betreut zu werden, Land und Leute und die Kultur Irlands kennen zu lernen und im Lauf der Zeit ganz automatisch in der englichen Sprache sicher zu werden.

Denen unter euch, die ähnliche Pläne haben und deren Interesse ich geweckt habe, biete ich an, sich an mich zu wenden, um Kontaktdaten der Organisation oder andere Informationen zu erhalten. Meine e-Mail Adresse: gabriel.lossau@gmx.de

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