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Noch 5 Monate, noch 4 Monate, noch 3 Monate – tatsächlich erscheint die Zeit für viele Eltern endlos, wenn das Kind im Ausland ist und sie stehen vor einer echten Herausforderung. Die jahrelangen routinierten Tagesabläufe innerhalb der Familie geraten ins Wanken. Die Ungewissheit zehrt an den Nerven. Wie wird es dem Kind gerade gehen? Kommt es im fremden Land zurecht? Für die Daheimgebliebenen ist es immer schwieriger als für die Kinder. Damit Eltern dennoch am Alltag des Kindes, manchmal über mehrere Zeitzonen hinweg, teilhaben können, empfehlen sich folgende Möglichkeiten. 

Feste Rituale entwickeln und digitalen Fortschritt nutzen

Feste Rituale bieten Stabilität, auch in der Gefühlswelt der Eltern. Das kann zum Beispiel ein wöchentliches Telefonat sein. Eine Absprache im Vorfeld kann sich lohnen. Wenn genau abgesprochen wird, wie der Kontakt aussehen soll, ist das für beide Seiten leichter. Eltern sollten auch bedenken, dass die Kinder im Rahmen des Schüleraustausches vor Ort Kontakte und Verpflichtungen haben, sie meistens auch in einer anderen Zeitzone leben. Sie sollten sich auch bewusst machen, dass Auslandserfahrungen sehr prägend sein können. Die Kinder werden in eine völlig neue Lebenswelt geworfen. Ein einfaches Verbindungsstück zwischen den zwei Lebenswelten der Eltern und der Kinder sind moderne Kommunikationsmittel. Sehen Eltern das Kind über den (Skype)Bildschirm ist es einfacher, als sich nur über eine rauschende Telefonleitung zu hören. Ab und an mal ein WhatsApp Bild des Kindes anfordern kann außerdem nicht schaden, allerdings sollten Eltern nicht zu sehr drängeln. Wenn Eltern unbedingt emotionale Botschaften an das Kind richten möchten, empfiehlt sich eine längere E-Mail. Diese kann das Kind abrufen, wann es gerade passt und wird nicht zu sehr unter Druck gesetzt, direkt antworten zu müssen. 

Eltern sollten sich wieder auf sich selbst konzentrieren

Ist das Kind innerhalb des Auslandsjahres nicht mehr verfügbar kommen ganz neuen Rollen auf die Eltern zu. Sie wechseln ihre Funktionen innerhalb der Familie. Mütter sind nicht mehr nur in der Mutterrolle. Sie haben jetzt die Möglichkeit neue Erfüllung zu suchen und Erfahrungen auch in neuen Lebensbereichen zu sammeln. Für Eltern geht im Rahmen des Schüleraustausches darum sich den wachsenden Autonomiebedürfnissen der Kinder anzupassen. Natürlich sollten sie noch für ihre Kinder verfügbar und emotional da sein, allerdings eher auf Anfrage des Kindes und bei Bedarf. 

Austausch mit anderen Eltern                     

“Geteiltes Leid ist halbes Leid”. Es ist immer hilfreich sich mit Menschen auszutauschen die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und ebenfalls ein Auslandsjahr ihres Kindes begleitet haben. Eltern können beispielsweise über die Austauschorganisation Kontakt zu anderen Eltern knüpfen, deren Kind für längere Zeit im Ausland war. Sie können sich besser in die aktuell involvierten Eltern hineinversetzen und Fragen aus ihrer ganz eigenen Perspektive beantworten. Grundsätzlich ist ein Schüleraustausch für die Familie eine tolle Erfahrung, in dessen Rahmen Eltern und auch Kinder eine persönliche Weiterentwicklung genießen können.